Kann man Parkett selbst schleifen?

Internetforen und Youtube sind voll von “How to” Videos zum Thema Parkett selbst schleifen. Doch was hier so locker und einfach aussieht, ist alles andere als einfach. Mal eben eine Maschine aus dem Baumarkt oder Mietpark ausleihen und los gehts. So oder ähnlich gehen die meisten Heimwerker das Projekt “Parkettrenovierung” häufig an.

Nicht dass es unmöglich wäre, Parkett selbst zu renovieren. Am Anfang lautet die Frage jedoch: “Lohnt sich das überhaupt?

Wer noch nie seinen Parkettboden selbst saniert hat und noch nie hinter einer Parkettschleifmaschine stand, wird vielleicht verwundert sein, wie viel Feingefühl das Führen einer solchen benötigt und wie schnell eine Delle ins Parkett geschliffen ist.

Wir sehen regelmäßig Holzfußböden, die im Selbstversuch renoviert wurden und haben weiter unten einige Exemplare davon aufgeführt 🙂

Parkett selbst schleifen

Jetzt Angebot fürs Parkett schleifen einholen!

Für wen lohnt es sich, Parkett selbst zu schleifen?

In den meisten Fällen lohnt es sich nur für einen: den Baumarkt. Dieser verdient nämlich gleich mehrfach:

  1. Am Verleih der Parkettschleifmaschinen (tageweise)
  2. Am Verkauf möglichst vieler Schleifbänder
  3. Am Verkauf von möglichst viel Versiegelungsmaterial

Wussten Sie, dass Leihmaschinen aus Baumärkten zwar meist vom selben Hersteller wie Profi-Maschinen hergestellt wurden, aber nur über die Hälfte der Motor- und Schleifleistung verfügen?

Zunächst hat dies natürlich den Vorteil, dass der ungeübte Laie sein Parkett nicht so schnell beschädigt, wenn er einen Schleiffehler verursacht. Viel wichtiger ist jedoch, dass er dadurch im Schnitt dreimal so lange für die Arbeit benötigt, wie ein Profi.

Außerdem benötigt er auch das Dreifache an Schleifbändern und Schleifscheiben. Ob sich die Parkettsanierung generell lohnt, haben wir hier erörtert.

Die Kosten für Zubehör im Baumarkt

Schleifbänder, Schleifscheiben, Parkettlack, Polierpads etc. – alles was wichtig ist zum Parkett schleifen, bekommt ein Profi-Betrieb zum Bruchteil der Verkaufspreise im Baumarkt geliefert.

Wer diese anspruchsvolle Arbeit dennoch selbst ausführen möchte, spart im Vergleich zur Beauftragung eines professionellen Parkettlegers oder Parkettsanierers nicht viel. Aus diesem Grund ist ungeübten Laien vom DIY Projekt „Parkett abschleifen“ eher abzuraten.

Selbst die meisten Maler und Raumausstatter – Ihres Zeichens gestandene Allround-Handwerker – scheuen sich vor dieser Arbeit. Zu heikel sind die Anforderungen an eine perfekte Parkettoberfläche. Die meisten Schleiffehler werden erst nach dem Lackieren sichtbar und können die Gesamtoptik des Holzbodens nach dem Abschleifen empfindlich beeinträchtigen.

Video-Tutorial Parkett abschleifen – Anleitung

Kann ich mein Parkett selbst färben?

Noch eine Portion anspruchsvoller ist das Färben von Parkettböden. Hier ist eine absolut sauber geschliffene Oberfläche gefragt. Selbst kleinste Schleiffehler sind nach dem Färben deutlich sichtbar.

Wir möchten ambitionierte Heimwerker nicht entmutigen, wenn wir sagen „Die meisten dieser Projekte scheitern“. Jedoch ist genau dies seit Jahren unsere Beobachtung. Nach dem ersten Versuch entscheiden sich die meisten, die mühevoll aufgetragene Farbe wieder “runterzuschleifen“.

Und das ist leichter gesagt als getan:

Die aufgetragene Farbe sitzt nun in den Fugen zwischen den einzelnen Parkettstäben. Bei Mosaikparkett und sonstigen Lamellenböden ist dies generell der Fall. Schleift man nun die Farbe wieder herunter, ist der Holzboden zwar frei von Farbresten, dafür sind jedoch die Fugen noch immer dunkel. Besonders bei helleren Hozarten wie Ahorn, Eiche oder Buche fällt dies sehr stark auf.

Färbearbeiten sind daher nicht mehr wirklich rückgängig zu machen.

Parkett selber schleifen: schief gegangen

Häufige Probleme beim Parkett abschleifen

Problempunkt Nr. 1 – Der alte Lack

Parkettschleifmaschinen aus dem Baumarkt, bzw. Mietmaschinen haben eine schwache Motorleistung. Wie eingangs erwähnt, halten die Schleifmittel aus dem Baumarkt/Mietpark in der Regel nur sehr kurz. Das führt dazu, dass nach dem Grobschliff Lackreste auf der Fläche verbleiben. Teile des Parkettbodens sind bereits roh geschliffen, an anderen Stellen verbleibt jedoch eine hauchdünne Lackschicht.

Es sollte mindestens 0,2 – 0,5 mm abgeschliffen werden, um sicherzugehen, dass der Lack wirklich überall gleichmäßig entfernt wurde. Teilweise sitzt der Lack sehr tief im Holz. Dies kann je nach Holzart variieren. Bei Hirnholz wie z.B. Holzpflaster oder ähnlichem kommt es immer wieder vor, dass die alte Versiegelung auch noch sehr viel tiefer “verankert” sein kann. Leihmaschinen sind für die Beseitigung solch dicker Schichten ungeeignet.

Parkett selbst abschleifen

Verbleibende Lackreste fallen nach dem ersten Schleifgang leider nicht mehr auf. Denn Parkettversiegelung, die zwar angeschliffen, aber nicht abgeschliffen ist, neigt dazu weißlich zu werden. Man spricht vom sog. Weißbruch der Versiegelung. Nur das geschulte Auge kann solche Stellen noch vom rohen Holz unterscheiden. Die meisten Laien fahren deshalb mit den feineren Schleifgängen fort und bemerken diese Stellen nicht weiter.

Die Folge daraus wird leider erst nach dem Versiegeln klar: Überall, wo noch Rückstände der alten Versiegelung vorhanden sind, wird der Parkettboden wieder gelblich. Wo das Parkett hingegen roh geschliffen wurde, erhält es den natürlichen Farbton eines frisch versiegelten Parkettbodens. Man hat nun eine Fläche die von “gelben Flecken” übersäht ist.

Problempunkt Nr. 2 – Woran die meisten scheitern

Wer dennoch die Hürden mit der Maschinenführung überwunden hat und selbst die Schleifehler in mühevoller Kleinarbeit entfernt hat, kommt nun endlich zum spannenden Teil: Das Parkett wird versiegelt.

Nicht nur für Profis stellt dies den schönsten Teil der Arbeit dar. Endlich bekommt der Boden seinen letzten Feinschliff und kann anschließend “eingelassen” werden. Das Versiegeln eines Bodens ist nicht mit dem Streichen einer Wand vergleichbar. Zwar nutzt man hierzu meist auch Walze und Pinsel, die Arbeitsgänge sind jedoch grundverschieden. Es benötigt sehr viel Übung und Feingefühl, die Versiegelung überall gleichmäßig zu verteilen.

Parkett selbst schleifen und versiegeln

Anders als beim Streichen einer Wand, können bereits versiegelte Bereiche nicht einfach “nachgestrichen” werden. Man arbeitet sich nämlich “rückwärts aus dem Zimmer heraus”. Stellen die man erst vor 2 Minuten bearbeitet hat sind dann meist nicht mehr erreichbar.

Hürde Nr. 3 – Der Zwischenschliff

Der Zwischenschliff wird von den meisten Heimwerkern ignoriert. Nicht weil sie sich nicht trauen, sondern weil Ihnen niemand etwas davon gesagt hat. So enden viele do-it-yourself Parkettrenovierungen mit einer rauen Oberfläche. Einmal lackiert und fertig. Wer sich jedoch zuvor gut informiert hat, geht nun den Zwischenschliff an.

Hierbei ist es extremst wichtig, nicht zu lange auf einer Stelle zu verharren. Wer nur 2 Sekunden zu lange mit der Maschine an einer Stelle verweilt, läuft Gefahr die Versiegelung an dieser Stelle zu durchschleifen. Meistens fällt das beim Zwischenschleifen nicht auf. Besonders schwierig ist dies beim Dielen schleifen, da hier oft gröbere Unebenheiten auch nach dem Abschleifen noch vorhanden sind.

Spätestens wenn die nächste Versiegelungsschicht aufgetragen wird, kommt es zur Bildung von Farbunterschieden. Im besten Falle bleiben diese als leichte Schattierungen sichtbar. Meistens jedoch heben sich die Stellen am Endergebnis deutlich als hell/dunkle Flecken ab.

Lohnt sich Parkett selber schleifen?

Dieser Artikel soll Ihnen nicht die Lust an der Parkettrenovierung nehmen. Er soll all diejenigen warnen, die noch nie hinter einer Parkettschleifmaschine standen. Zu oft sehen wir die Ergebnisse solcher Experimente selbst vor Ort. Gerade im Renovierungsbereich, wo oft Zeitdruck vorhanden ist, kann diese Sparmaßnahme schnell nach hinten losgehen.

Vermeiden Sie diese Fehler beim Parkett abschleifen

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Parkett selbst schleifen, befassen möchte, sollte einen Profi fragen, ob er zumindest 1-2 Tage mit dabei sein darf. So kann man sich zumindest die Basics ansehen und die Schwierigkeiten des eigenen Bodens vorher abschätzen. Wer dann noch genügend Zeit, Geduld und Sorgfalt aufbringt, wird auch ein entsprechendes Ergebnis erzielen können.

Parkett selber abschleifen

Besser den Profi beauftragen?

Sie möchten Ihren Parkett, oder Dielenboden nicht selbst abschleifen? Dann kontaktieren Sie unsere Parkett-Schliff Profis in ganz Deutschland. Auch in Ihrer Nähe findet sich ein Mitarbeiter. Derzeit sind wir in Berlin, Stuttgart, Mannheim, München und Augsburg zu finden. In der entsprechenden Kategorieseite finden Sie die Kontaktdaten unter folgenden Links: Holzboden abschleifen Berlin, Parkett versiegeln Stuttgart, Dielenboden abschleifen Mannheim, Parkettboden abschleifen München und Parkettrenovierung Augsburg sowie in Norddeutschland: Parkett abschleifen Hamburg für Hamburg und Umgebung.

Parkett-Schliff in Ihrer Nähe

Aktuell bieten wir das Parkett abschleifen an über 14 Standorten in Deutschland und der Schweiz als Profi-Dienstleister an:

In Norddeutschland:

In Ostdeutschland:

Im Süden und Westen Deutschlands:

Sowie in Bayern, Franken und der Schweiz:

Wenn Sie einen neuen Parkettboden suchen, finden Sie diesen in unserer Übersicht. Hier finden Sie alle bekannten deutschen Parkettmarken, wie z.B. HORI Parkett, HARO Parkett, PARADOR Parkett, sowie etablierte Marken, wie Kährs Parkett oder Tarkett Parkettböden

Kann man Parkett selbst schleifen?
Durchschnitt: 2.77 Anzahl: 64