Wann ist ein Estrich bereit für die Belegung mit Parkett?

Bevor Parkett auf einem neuen Estrich verlegt wird muss der Estrich seine sog. „Gleichgewichtsfeucht“ erreicht haben. Belegt man den Estrich zu früh mit Parkett, muss mit erheblichen Schäden am Parkett gerechnet werden. Diese lassen sich in der Regel nicht durchs Abschleifen des Parketts korrigieren, sondern erfordern oft das vollständige Entfernen des Parkettbodens.

Die üblichen Trocknungszeiten variieren je nach gewähltem Estrich:

Wann kann Parkett auf Zementestrich verlegt werden?

Der wohl am häufigsten verwendete Estrich, der aus Sand, Zement und Wasser besteht, ist bei optimalen Voraussetzungen nach 2 bis 3 Tagen begehbar. Nach 10 Tagen kann er voll belastet werden und nach etwa 4 Wochen kann meist ein Bodenbelag darauf angebracht werden. Für die Belegung mit Parkett muss jedoch zwingend eine CM-Messung gemacht werden, da der Parkettboden sonst durch mögliche Restfeuchte irreparabel beschädigt werden kann.

Wann darf Parkett auf Anhydritestrich verlegt werden?

Durch das Bindemittel Anhydrit ist die Trocknungsphase dieser Estrich-Art erheblich verkürzt. Er ist wesentlich schneller belegereif als ein Zementestrich. Allerdings auch bei dieser Estrichart muss zwingend eine Feuchtemessung erfolgen, bevor er mit Parkett belegt wird. Alles andere ist unverantwortlich und kann im Schadensfall sehr teuer werden.

Wann kann Parkett auf Trockenestrich/Fermacell-Platten verlegt werden?

Wie der Name schon andeutet, ist bei Trockenestrich keine Trockenzeit zu beachten. Es handelt sich hierbei um vorgefertigte Platten, die aus Gipskarton oder zement-gebundenen „Spanplatten“ bestehen.

Ist die Trocknungszeit des jeweiligen Estrichs vorüber, sollte man in jedem Fall eine Restfeuchtemessung durchführen. Bei Zementestrich beträgt die zulässige Restfeuchte 2 %, bei Anhydritestrich 0,5 %.

Wichtig: heutzutage gibt es auch verschiedene Mischformen von Estrichen, die weder reiner Anhydrit- noch reiner Zementestrich sind. In diesen Fällen sind die hier gemachten Angaben nicht zuverlässig. Sie müssen vor der Verlegung von Parkett auf jeden Fall den Hersteller des Estrichs kontaktieren, um die nötige Trocknungszeit zu erfahren.

Gemessen wird mithilfe der Calciumcarbid-Methode (kurz: CM-Methode). Hierzu verwendet man ein spezielles Gerät, das eine mit Calciumcarbid aufgeschüttelte Estrich-Probe mit einem Manometer misst und die Restfeuchtigkeit bestimmt. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, diese Messung von einem Fachmann durchführen zu lassen.

Kriterien eines optimalen Estrichs

Parkett kann auf verschiedenen Unterböden verlegt werden – sei es PVC, Filz oder Stein. Die Hauptsache ist, dass der Untergrund fest, eben und vor allem trocken ist. Lässt man ein Parkett von einem Fachmann verlegen, wird das Ergebnis mithilfe der Normen DIN 18365 (für Bodenbelagsarbeiten) und DIN 18356 (für Parkettarbeiten) geprüft.

Häufig verlegt man Parkett jedoch nicht auf einen bestehenden Bodenbelag, sondern auf einen neu errichteten Estrich. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass der Estrich vollkommen eben ist. Nur so erzielt man ein schönes und der Norm entsprechendes Endergebnis.

Somit sollte jeder Estrich vor der Verlegung eines Parketts mithilfe von einer Richtlatte oder einer Wasserwaage überprüft werden. Falls er in puncto Ebenheit nicht der Norm entspricht, ist es zwingend notwendig, ihn entsprechend zu korrigieren.

Ein ebenso wichtiges Kriterium für einen Estrich ist die Festigkeit, damit er eine hohe Tragfähigkeit erreicht. Anderenfalls kann Parkett nicht ordnungsgemäß verlegt werden.

Daher überprüft man den Unterboden vor der Verlegung mittels „Gitterritzprüfung„:

Mit einem speziellen Ritzgerät werden rautenförmig angeordnete Linien eingeritzt. Hat man kein Ritzgerät zur Hand, funktioniert ein anderer spitzer Gegenstand in der Regel genauso gut. Kommt es zu Ausbrüchen oder Absandungen, ist der Estrich nicht fest genug und muss nachgebessert werden.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für einen guten Estrich ist, dass er vollständig durchgetrocknet ist. Befindet sich nämlich eine zu hohe Feuchtigkeit im Unterboden, führt das in den meisten Fällen zu Schäden des darauf angebrachten Bodenbelags.

Ganz egal, ob Parkett, Vinyl oder Kork – eine zu geringe Trockenheit des Estrichs schädigt jeden Boden. Der Bodenbelag kann aufquellen und damit Dellen erhalten, was nicht nur unschön aussieht, sondern auch gefährlich sein kann wegen entstandener Stolperfallen.

So trocknet Estrich am besten

Sich an die angegebene Trockenzeit zu halten, ist unumgänglich. Außerdem kann man die Trocknungsphase durch optimale Bedingungen unterstützen. So geht man sicher, dass der Estrich am Ende der Trockenzeit wirklich den Anforderungen entspricht:

  • Wärme: Bei einer Temperatur zwischen 13 und 30 Grade trocknet Estrich am besten. Eine Mischung aus kalter Frischluft und einer bereits erwärmten Raumluft schafft die optimalen Voraussetzungen für ein zügiges Trocknen des Unterbodens. Zu warm sollte der Raum in der Anfangsphase der Trocknung allerdings nicht sein: Dadurch können unschöne Risse im Estrich entstehen. Daher wird empfohlen, einen Estrich erst nach 21 Tagen zu Beheizen.
  • Lüften: Durch Lüften wird das Trocknen beschleunigt. Insbesondere bei Neubauten ist regelmäßiges Stoßlüften zu empfehlen.
  • Luftzirkulation: Viele nutzen spezielle Trocknungsventilatoren, um einen Estrich schneller zu trocknen. Dieser sorgt für eine bessere Luftzirkulation und entfernt dadurch die Feuchtigkeit.
  • Kondensatortrocknung: Um einen Estrich schnell zu trocknen, kann zudem ein spezieller Kondensator aufgestellt werden. Dieser zieht die Feuchtigkeit aus der Luft und beschleunigt den Prozess damit.

Fazit

Um einen optimalen Unterboden für ein hochwertiges Parkett zu schaffen, muss der Estrich einige Anforderungen erfüllen. Zudem sind die Kriterien stark davon abhängig, für welche Art des Estrichs man sich entscheidet. Mithilfe einer Restfeuchtemessung und dem Rat eines Experten kann festgestellt werden, wann ein Estrich seine Belegreife erhalten hat. Dann steht der Verlegung des Parketts nichts mehr im Weg.

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